Sonntag, 20. August 2017

Die Anderen

"Die Anderen" hat es immer gegeben. Seit Anbeginn des Menschseins gab es „Die Anderen“. Und diese „Anderen“ waren immer die Bösen. 
Es waren die, die man bekämpfen musste. Es waren die, die man zerstören musste. Es waren die, die man vernichten musste. Es waren die, die man terrorisieren musste. Und es waren die, die man verfolgen musste. 
Das zieht sich bis in unsere Zeit hinein. Von Sippenkämpfen über Stammesfehden zu Völkerschlachten. Unterschiede, die „Die Anderen“ als „anders“ auszeichnen, fand man viele. Rassenhass, religiöse Unterschiede, Völkerunterscheidung, politische Unterschiede, gesellschaftliche Unterschiede, Gruppenunterschiede; es gibt viele Unterschiede. Doch Eines war immer und allzeit gleich: Der Hass. Die Wildheit war immer die Selbe. Das hat sich nie geändert. Die Möglichkeiten der Grausamkeiten gegen „Die Anderen“ waren jedoch unterschiedlich. Folter, Völkermorde, Intrigen, Verfolgung, Morde, Zerstörung, Wandalismus, Schlachten, Terror; es gab sehr viele Grausamkeiten, die man gegen „Die Anderen“ anwenden konnte. Seit Anbeginn der Zeit ist das so. Reich gegen Arm. Weiß gegen Schwarz und Religion gegen Religion. 
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Hätte es nicht einige sehr kluge Menschen gegeben, die uns mit ihrem Wissen und mit ihren Erfindungen in eine neue Zeit geführt hatten, dann würden die hasserfüllten Menschen immer noch mit Keulen im Wald herum rennen und alles erschlagen, was zur anderen Sippe gehört. 
Das ist die bittere Erkenntnis die man hat, wenn man das heutige „Mensch sein“ analysiert. 
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Aber da gibt es noch etwas anderes. Es gibt die Vernunft. Es gibt die Menschen mit Herz und Weisheit. 
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Martin Luther King sagte in seiner berühmten Rede „I Have a Dream“: 
Wir müssen unseren Kampf immer auf der hohen Ebene der Würde und Disziplin führen. Wir dürfen nicht erlauben, dass unser kreativer Protest in physische Gewalt degeneriert. Wir müssen uns immer wieder zu den majestätischen Höhen erheben und physische Gewalt mit der Macht der Seele konfrontieren.
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Und von Mahatma Gandhi stammen folgende Worte: 
Was man mit Gewalt gewinnt, kann man nur mit Gewalt behalten.
Auge um Auge - und die ganze Welt wird blind sein.
Alle unsere Streitereien entstehen daraus, dass einer dem anderen seine Meinung aufzwingen will.
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Ja, es gab und gibt diese Menschen. Und es werden immer mehr. Doch der Hass hat schlimme Waffen, aber keine Schuldgefühle. Manchmal werden diese Schuldgefühle auf religiöser Basis zunichte gemacht. Dann war es eben der Wille Gottes. 
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Und so entsteht derzeit wieder ein Aufbäumen der Herzlosigkeit. Dieser Kampf dauert nun schon tausende von Jahren. Es gibt viele, die man als „Die Anderen“ bezeichnet. Der Kampf wurde  an tausenden Fronten geführt. Und es waren zahlreiche unterschiedliche Rassen, Gruppen, Religionen und Völker. Aber es sind in Wahrheit nur zwei Unterschiede. Die engstirnig Betroffenen weigern sich zwar, das zu erkennen; aber es ist so. Obwohl auch Hass gegen Hass kämpft, sind es im Grunde genommen nur zwei Gruppen. 
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Es gibt nur; Hass gegen Liebe.
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Wir sind nur Schachfiguren, die sich gegenseitig schlagen. Wer am Ende der Sieger ist, werden wir nicht erfahren; wenn wir nicht bemerken, dass uns jemand über das Schachbrett scheucht. 
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Diejenigen die es bemerkt haben, wurden geschlagen. Und diejenigen, die es nicht bemerken, werden weiterhin zu „Soldaten des Hasses“ gemacht. 
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So war es Allzeit, und so wird es weiterhin sein; wenn der Mensch nicht endlich erwacht und das Schwert des Hasses niederlegt. Das Ende wird kommen, wenn der Mensch nicht bemerkt, dass „Die Anderen“ in seinem wirren Kopf, in Wahrheit nur an zwei Fronten kämpfen: 
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Hass gegen Liebe. 

Die Gedanken sind gefangen.

Die Gedanken sind gefangen. Und sie kamen und formten das Kind. Und sie waren geformt und formten andere. Und sie bemerkten nicht, ...